#ISRAEL ist toll ! (ein unerhörtes Projekt)

Januar 2013. Der Verleger und Journalist Jakob Augstein wird vom Simon-Wiesenthal-Zentrum auf die Liste der weltweit schlimmsten Antisemiten gesetzt. Auf Twitter bricht eine rege Diskussion zum Thema los. Mir begegnet der Tweet eines Users :

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Dieser Tweet wurde 3 mal retweetet und 24 mal favorisiert. Leider hat der User den Tweet am 7. Januar gelöscht.

Das bringt mich auf die Idee für eine Kunstaktion via Twitter :

Ich werde 100 Tage lang jeden Tag den Satz : „Israel ist toll !“ twittern. Ich will dabei keinen Dialog oder eine Diskussion; mich interessiert die reine Aktion und RE-Aktion. Ich werde in der Zeit der 100 Tage nichts anderes twittern, nur diesen einen Satz. Und so fange ich am 6. Januar an und tweete den ersten Tweet zur Aktion :

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Ich habe zu diesem Zeitpunkt : 200 Tweets gesendet und 63 Follower. Schon nach dem ersten Senden fällt mir auf, dass ich den Tweet noch verkürzen sollte :
Statt „Israel ist toll ! #Israel“, werde ich den Hashtag, über den dieser Tweet gefunden wird, nicht anhängen, sondern gleich im Satz verbauen. Ausserdem werde ich das Wort „Israel“ bei den folgenden Tweets in Großbuchstaben schreiben. Also wird der Tweet so aussehen : „#ISRAEL ist toll !“

Gesagt, getan, Tweet Nummer zwei am 7. Januar :
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Nun, 63 Follower sind nicht gerade viel. Ich sollte von mehr Lesern gefunden werden und so überlege ich, immer wechselnde Hashtags an die Tweets zu setzen.

8. Januar 2013 :
Nach dem zweiten Posten und der Suche nach dem Hashtag #Israel fällt auf, dass mein Tweet nicht in den Suchergebnissen auftaucht. Also müssen mehr, bessere, andere Hashtags her. Neben selbst erdachten Tags, schaue ich mir die „Deutschen Twitter Trends“ unter  http://www.twitter-trends.de/ an. Auch von diesen werde ich welche verarbeiten.

Der Satz bleibt gleich. Er bekommt aber durch die verschiedenen Hashtags jedes Mal eine neue Konnotation. Und er wird evtl. öfter gefunden und von unterschiedlichen Lesergruppen.

14. Januar 2013 :
Meine Tweets bleiben „unerhört“. Nach dem Eingeben sind sie ca. 20 Minuten unter dem entsprechenden Hashtag zu finden, dann sind sie nicht mehr auffindbar.  Ich bekomme sie zumindest dann nicht mehr angezeigt.

Am Wochenende 12./13. Januar entdecken die Medien das Profilbild das Rappers Bushido bei Twitter. Es zeigt eine Karte des Nahen Osten, allerdings komplett unterlegt mit der  palästinensischen Flagge und trägt den Slogan : „Free Palestine“. Israel scheint für den Sänger keine Existenzberichtigung zu haben.

bushido

Für diese Aussage wird der Musiker in den Medien und von Politern und Institutionen gescholten, von manchen seiner Follower gelobt. Mein Satz geht an diesem Wochenende also speziell an Bushido :

bushido2

Hier einige Tweets aus der Diskussion bei Twitter :

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Bushido schweigt zu alledem.

22. Januar 2013 :
Mein Projekt bleibt „unerhört“ ! Inzwischen wurde Obama vereidigt und heute sind in Israel Parlamentswahlen. Daher die nächsten Tage Hashtags zu prominenten Kandidaten und Parteien. Meine Followerzahl ist leicht gestiegen. Reaktionen zum Projekt : KEINE.

30. Januar 2013 :

Mein Tweet wurde re-tweetet. Von diesem Herrn :

retweet1. Februar 2013 : Nach 26 gesendeten Tweets beschließe ich, das Projekt zu beenden. Die #Aufschrei-Debatte ist im Gange und es kribbelt zu sehr in den Fingern, dazu zu twittern. Die Idee des Projektes war wohl spannender als die tatsächliche Umsetzung. Auf, zum nächsten Projekt !^^

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